Afrikas bester Schiedsrichter verpasst die WM — abgewiesen am Flughafen Miami
Omar Abdulkadir Artan, Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 und als erster Somalier für eine Männer-WM nominiert, wurde wenige Tage vor dem Turnier die Einreise in die USA verweigert.

Omar Abdulkadir Artan wird bei der Weltmeisterschaft fehlen. Der somalische Schiedsrichter, 2025 zu Afrikas bestem Unparteiischen gekürt, flog am Samstag von Istanbul nach Miami — mit gültigem Visum und einer der begehrtesten Nominierungen des Fußballs im Gepäck. Nach einer Kontrolle, die als zusätzliche Inspektion beschrieben wurde, verweigerte man ihm am Flughafen die Einreise in die USA. Am Dienstag bestätigte die FIFA die Konsequenz in aller Klarheit: Er wird beim Turnier weder trainieren noch Spiele leiten.
Kaum ein Offizieller reiste mit einer stärkeren Empfehlung zu dieser WM. Artan steht seit 2018 auf der FIFA-Liste und hat seither die größten Spiele des Kontinents geleitet, darunter Partien beim Afrika-Cup. 2025 kürte ihn die CAF zum besten Schiedsrichter Afrikas — zum Unparteiischen des Jahres auf dem Kontinent. Die anschließende WM-Nominierung bedeutete mehr als einen Karriereschritt: Er wäre der erste Somalier gewesen, der je bei einer Männer-WM pfeift.
Verkündet wurde diese Nominierung am 9. April, als Pierluigi Collina und Massimo Busacca das Schiedsrichteraufgebot des Turniers vorstellten: 170 Offizielle aus 50 Verbänden — 52 Schiedsrichter, 88 Assistenten und 30 Video-Offizielle. Es ist das engste Nadelöhr des Berufsstands. Artan hatte es aus eigener Kraft passiert, acht Jahre nach seiner Aufnahme in die FIFA-Liste — und sein Name auf dieser Liste war für den somalischen Fußball ein Meilenstein, ehe ein Ball gerollt war.
Der Weg zum Turnier endete am Miami International Airport. Artan landete am Samstag, dem 7. Juni, wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel, aus Istanbul kommend — und wurde zu dem genommen, was die US-Behörden eine zusätzliche Inspektion nannten. An deren Ende stand, trotz des gültigen Visums in seinem Pass, die Verweigerung der Einreise.
Die offizielle Erklärung ist von fast undurchdringlicher Knappheit. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP erklärte, der Reisende sei "aufgrund von Bedenken bei der Sicherheitsüberprüfung als nicht einreiseberechtigt eingestuft" worden; einen konkreten Grund nannte sie öffentlich nicht. Die Formulierung beschreibt den Mechanismus, nicht die Substanz: Es gab eine Kontrolle, es fiel eine Entscheidung — und einer der 52 WM-Schiedsrichter war draußen, noch vor einer einzigen Trainingseinheit, von einem Spiel ganz zu schweigen.
In diese offizielle Stille hinein sickerte eine einzige, schwerere Behauptung. Ein nicht namentlich genannter US-Beamter sagte amerikanischen Medien, die Zurückweisung gehe auf eine angebliche "Verbindung zu mutmaßlichen Mitgliedern von Terrororganisationen" zurück — eine Darstellung, die das CBP nicht offiziell bestätigt hat und die bislang nur als anonyme Zuschreibung in Medienberichten existiert. Aktenkundig ist stattdessen Kontext, keine Erklärung: Somalia steht auf der aktuellen US-Liste der Einreisebeschränkungen.
Die Bestätigung der FIFA kam am Dienstag — und sie war betont eng gefasst. Artan, so der Weltverband, werde beim Turnier weder trainieren noch Spiele leiten; darüber hinaus hieß es nur, die FIFA sei "nicht in die Einwanderungsprozesse des Gastgeberlandes involviert". Der Satz ist zutreffend, und er ist zugleich eine Grenzziehung: Die Organisation, die ihn für die WM nominierte, betrachtet die Frage, ob er das Ausrichterland betreten darf, als die Akte von jemand anderem.
Andere wurden deutlicher. Ciise Aden Abshir, Berater des somalischen Sportministeriums, sagte, die Entscheidung "schadet nicht nur ihm persönlich, sondern untergräbt auch das Bekenntnis des Fußballs zu Fairness, Leistung und dem Geist des Fair Play". Die Kritik trug weit über den Sport hinaus: Hillary Clinton nannte die Abweisung "schrecklich rückständig". Zwischen diesen beiden Reaktionen — der institutionellen und der politischen — steht eine unbequeme Tatsache: Der Fall gehört nun, wenige Tage vor dem ersten Spiel, zur Geschichte dieses Turniers.
Der Mann im Zentrum blieb dessen ruhigste Stimme. Artan ließ wissen, er sei trotz der Umstände guter Dinge und konzentriere sich auf die nächsten Aufgaben; FIFA und CAF dankte er für die Unterstützung. Es ist die Antwort eines Profis, dessen Handwerk darin besteht, Entscheidungen hinzunehmen, gegen die es im Moment keinen Einspruch gibt — selten allerdings lag eine Entscheidung so weit außerhalb der Reichweite eines Schiedsrichters.
Was bleibt, ist der Kontrast, den diese Woche gezeichnet hat. Am 9. April wurde sein Name unter den 170 für die WM ausgewählten Offiziellen verlesen; zwei Monate später beendete eine Flughafenkontrolle sein Turnier — ohne öffentliche Begründung jenseits einer einzigen Formel: "Bedenken bei der Sicherheitsüberprüfung". Seinen Platz hatte er sich auf dem Platz verdient und verlor ihn an einem Grenzschalter. Wenn das Turnier, das er pfeifen sollte, am Donnerstag beginnt, wird der Mann, der sein erster somalischer Schiedsrichter werden sollte, nicht auf dem Rasen stehen.
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